1. Krüsi Technology Day 2014

1. Krüsi Technology Day, Buchvernissage Fritz Krüsi

Ein Cowboy aus Texas? Nein, Kunde Christoph Friedlos aus Kanada.
Amalia Krüsi, Fritz Krüsi, Urs Iseli, Herman Blumder (v.l.n.r.)

Schönengrund war am Freitag der Nabel des Appenzellerlandes. Von weit her reisten Kunden der Firma Krüsi Maschinenbau AG an: Zum «Technology Day» und zu Ehren des Firmengründers.

Aus 16 verschiedenen Ländern strömten am Freitag rund 200 Besucherinnen und Besucher ins Hinterland: Die Firma Krüsi Maschinenbau AG hatte zum ersten «Technology Day», einem Tag der offenen Tür für ihre Kunden, eingeladen. Gleichzeitig fand eine Buchvernissage statt: Firmengründer Fritz Krüsi ist eben 80jährig geworden. Bernhard Ruetz vom Verein für wirtschaftshistorische Studien legte die Publikation «Fritz Krüsi – Konstrukteur von Weltrang und Wegbereiter des modernen Holzbaus»; aus dem Verlag «Schweizer Pioniere», Zürich, vor.

Der «heimliche Gewinner»
Der Autor schreibt im Vorwort und erwähnte dies auch während der Rede zur Vernissage: «Die Krüsi AG ist ein hervorragendes Beispiel für einen <Hidden Champion> («Heimlicher Gewinner»), also eine Firma, die international Spitzenleistungen erbringt, in der breiten Öffentlichkeit aber kaum bekannt ist. Die Produkte der Krüsi Maschinenbau AG gehören zu den besten und cleversten auf dem Markt, wie Experten der Branche konstatieren.&raquo; Dieser aus einem 1961 gegründeten Einmannbetrieb hervorgegangene Betrieb, der heute rund 20 Mitarbeitende beschäftigt, ist über die Jahre zu einem global tätigen Unternehmen herangewachsen: An die 1400 Kunden in 35 Ländern, darunter in Japan, Kanada und Neuseeland, beziehen ihre Werkzeugmaschinen für die Holzbearbeitung aus Schönengrund, wie Urs Iseli, Schwiegersohn von Fritz Krüsi und seit 2008 Geschäftsführer, Auskunft gab. Wesentlich zum Erfolg beigetragen hat die «Lignamatic», eine Abbundmaschine, die schon bei zahlreichen spektakulären Bauten zum Einsatz kam, so zum Beispiel beim Neubau der Tamedia in Zürich, bei der Dachkonstruktion des Centre Pompidou in Metz, der Expo 2000 in Hannover, dem Clubhaus &laquo;Haesley Country Club&raquo; in Südkorea, aktuell beim neuen Hauptsitz des Uhrenkonzerns Swatch in Biel. Bei der Lignamatic handelt es sich, kurz gesagt, um eine Maschine, die einen Holzbalken rundum, vollautomatisch und computergesteuert bearbeiten kann.

Damit ist das Angebot der Krüsi Maschinenbau AG aber bei weitem nicht erschöpft, wie sich auf dem Betriebsrundgang zeigte. Interessant sind auch die Chaletbaumaschine, die Längskreissägen, die Krüsimatic und was der Maschinen mehr sind. Die erste Erfindung 1958 war ein Motorheuer.

«Holzbruderschaft»
Vor dem Abendessen im Festzelt und im Beisein zahlreicher Persönlichkeiten ergriff ein langjähriger Wegbegleiter das Wort: Holzbaufachmann Hermann Blumer. Er hatte über die Jahrzehnte mit seinen Wünschen und Vorstellungen von Holzbearbeitungsmaschinen immer wieder den Erfindergeist von Fritz Krüsi herausgefordert, so dass eine eigentliche «Holzbruderschaft»; entstand, wie ein Kapitel in der Publikation betitelt ist. Seine Rede schloss Hermann Blumer mit dem Satz: «An diesem Ort in Schönengrund werden die besten Maschinen der Welt hergestellt».

Monika Egli, Copyright © St.Galler Tagblatt AG